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Yoga

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  • Yoga in Prävention, Therapie und Rehabilitation – Buch

Simon

Das Yoga-Sutra und der Achtfache Pfad des Patanjali

Da das Yoga-Sutra des Patanjali den klassischen Haupttext des Yoga enthält, soll es an dieser Stelle noch einmal genauer erläutert werden. Der darin enthaltene achtgliedrige Weg, der später als astanga-yoga (achtgliedriger Yoga) bezeichnet wird, beschreibt Ausgangspunkt, Methodik, Sinn und Zweck des Yoga. Er stellt dabei einen Übungsweg dar, der alle Ebenen des Menschen in einen Prozess von Veränderung miteinbezieht.

Patanjali wird weithin als der Vater des Yoga verehrt. Dabei hat er Yoga nicht erfunden, vielmehr gelang es ihm, den ursprünglichen Sinn der Wege des Yoga in seinem Werk heraus zu kristallisieren. Dabei griff er, wie es für die Philosophie der klassischen Zeit üblich war, auf den Sutra-Stil zurück. So erscheint der Haupttext des Yoga in äußerst kurz gehaltenen 195 Merksätzen, die wie ein Leitfaden durch die Philosophie des Yoga führen.

Ein Sutra, sagen die Weisen der alten Zeit, ist jenes Kommunikationsmittel, in dem eine universelle Wahrheit in so wenig Worte wie nur möglich zusammengedrängt wird, es ist von kristallener Klarheit, die von dem Zahn der Zeit unberührt bleibt. (Bäumer, 1976, S.17)

Das Yoga-Sutra ist in vier Bücher unterteilt.

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Samadhi Pada – Über die Versenkung

Im ersten Buch mit der Überschrift „Samadhi Pada – Über die Versenkung“ wird der Yoga definiert. Es stellt die Bewusstseinstätigkeiten vor und behandelt dann die unterdrückende Konzentration, deren Schwerpunkt auf der Unterdrückung der Bewusstseinstätigkeiten liegt. Anschließend wird die identifizierende Konzentration besprochen, bei der das Gleichwerden des Bewusstseins mit dem Meditationsgegenstand im Mittelpunkt steht.

Sadhana Pada – Über die Übung

Das zweite Buch mit dem Titel „Sadhana Pada – Über die Übung“ behandelt zunächst die theoretischen Hintergründe für die Yoga-Praxis. In der zweiten Hälfte beginnt die Beschreibung des achtgliedrigen Weges, die sich im dritten Buch, dem Buch „Über die übernatürlichen Kräfte – Vibhuti Pada“ fortsetzt. Der achtgliedrige Weg bildet das Zentrum des klassischen Yoga und wird daher im nächsten Abschnitt näher erläutert.

Drittes Buch

Im dritten Buch werden die Wunderkräfte aufgezählt und die beherrschende Konzentration und ihre Resultate in Bezug auf die Unabhängigkeit thematisiert.

Kaivalya Pada – Über die Freiheit

Das vierte Buch „Kaivalya Pada – Über die Freiheit“ wird eingeleitet von der Theorie über die Entstehung des empirischen Bewusstseins bei der Geburt und dessen Veränderung im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse. Dann werden die Zusammenhänge zwischen empirischem und reinem, nicht empirischen Bewusstsein behandelt, deren Erkenntnis zur Unabhängigkeit führt, dem letzten Ziel aller Übungen. (vgl. Bäumer, 1976)

Kategorie: Yoga Stichworte: achtgliedriger Yoga, astanga-yoga, Bewusstsein, Erkenntnis, Freiheit, Kaivalya Pada, Klarheit, Patanjali, Sadhana Pada, Samadhi Pada, Sutra, Sutra-Stil, Übung, Übungsweg, Versenkung, vier Bücher, Wahrheit, Yoga-Sutra

Raja-Yoga – der königliche Yoga

Raja-Yoga ist der königliche Yoga. Hier wird nach Frawley (2001) die Herrschaft über den Geist angestrebt. Raja-Yoga ist auch unter der Bezeichnung Ashtanga-Yoga bekannt. Wörtlich übersetzt heißt ashtanga „acht-gliedrig“. Näheres zum Astanga-Yoga wird im nächsten Kapitel ausgeführt.

Kategorie: Yoga Stichworte: Ashtanga, Ashtanga-Yoga, Geist, königliches Yoga, Raja-Yoga

Karma-Yoga – der Yoga des Dienens

Karma-Yoga ist der Yoga der Arbeit oder der Tat. Er besteht einerseits aus Gebeten, Ritualen der Selbstreinigung und der Läuterung der Welt, andererseits aus dem Dienst an anderen Lebewesen. Dabei wird jedes Dienen als ein göttliches Ritual verstanden, das die Evolution der Lebewesen fördern möchte. (vgl. Frawley, 2001)

Kategorie: Yoga Stichworte: Gebete, göttliches Ritual, Karma-Yoga, Läuterung, Rituale, Selbstreinigung, Yoga des Dienens

Bhakti-Yoga – der Yoga der Hingabe

Die Hingabe ist der Weg der göttlichen Liebe, der helfen soll, mit dem Göttlichen im Herzen zu verschmelzen. Die Hingabe nimmt unterschiedliche Formen an, es gibt Riten (puja), Lieder (kirtan), Sprechgesänge (japa), Meditation über das Göttliche (upansana) und verschiedene Stimmungen, in die man sich versetzen kann. Dabei wird jenem Göttlichem gedient, das als der letztendliche Ursprung aller Hilfe und Führung gilt. Der Yoga der Hingabe gilt als beste Methode, das Herz und die Gefühle zu heilen. (vgl. Frawley, 2001)

Kategorie: Yoga Stichworte: Bhakti-Yoga, Hingabe, japa, kirtan, Lieder, Meditation, puja, Riten, Sprechgesänge, upansana, Yoga der Hingabe

Jnana-Yoga – der Yoga der Erkenntnis

Yoga wird hier nach Frawley (2004) vor allem als eine Suche nach Erkenntnis, nach der Wahrheit des Lebens, nach dem Selbst und nach Gott gesehen. Jedoch handelt es sich um eine Suche der besonderen Art, die nicht mit dem äußeren Geist und den Sinnen erfolgt, sondern mit dem inneren Geist und dem Herzen. Der Yoga der Erkenntnis ist nicht in erster Linie eine Sache des Denkens, obwohl er mit intensivem Nachdenken über die großen Fragen des Lebens beginnt.

Er ist eine Meditation, die voraussetzt, dass der Geist in einem Zustand des friedlichen Beobachtens verweilt, um mit Hilfe von Wahrnehmung die Wahrheit zu entdecken.

Kategorie: Yoga Stichworte: Erkenntnis, Jnana-Yoga, Meditation, Wahrheit, Yoga der Erkenntnis

Die klassischen Yogawege

Die große Tradition des indischen Yoga hat im Verlauf der mehr als dreitausendjährigen Entwicklung eine Reihe von Übungswegen hervorgebracht. Hier sollen die vier Hauptwege des Yoga, die schon einmal kurz erwähnt wurden, noch einmal näher beschrieben werden. Die Hauptwege sind

  • Jnana-Yoga: Yoga der Erkenntnis
  • Bhakti-Yoga: Yoga der Hingabe
  • Karma-Yoga: Yoga des Dienens
  • Raja-Yoga: der königliche Yoga

Kategorie: Yoga Stichworte: Bhakti-Yoga, Hauptwege, indisches Yoga, Jnana-Yoga, Karma-Yoga, königliche Yoga, Raja-Yoga, Übungswege, Yoga der Erkenntnis, Yoga der Hingabe, Yoga des Dienens, Yogawege

Begriff und Bedeutung der Therapie

Im sportwissenschaftlichen Lexikon wird Therapie definiert als ein „Sammelbegriff für Methoden und Verfahren, die in der Rehabilitation, der Regeneration und Resozialisierung sowie zur Beseitigung, Reduzierung, Anpassung oder Wiedereingliederung eingesetzt werden“ (Hahn 1992, S. 514). Dabei kann man die medizinische, psychologische, psychiatrische, soziale, physiologische und motorische Therapie voneinander unterscheiden. Eine Therapie umfasst eine Diagnose, die durch Anamnese, Interview oder Test gestellt wird, darüber hinaus den Behandlungsplan und die Prognose, in der die Ziele der Therapie und Möglichkeiten der Rehabilitation formuliert werden. (vgl. Hahn, 1992)

Das deutsche Gesundheitssystem zählt durch seine flächendeckende und gut organisierte medizinische Versorgung zu den besten der Welt. Die diagnostische und therapeutische Leistung zeugt von einem hohen wissenschaftlichen Niveau. Trotz dieses hohen Standards stellt die derzeitige schwierige ökonomische Situation, die steigenden Gesundheitskosten und der demografische Wandel das Gesundheitssystem in Deutschland vor große Herausforderungen.

Neben diesen äußeren Faktoren stellen jedoch nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (2006) auch Qualitätsmängel und unkoordinierte Behandlungsabläufe wunde Punkte dieses Systems dar. Noch immer werden zu viele Untersuchungen und Behandlungen doppelt oder mehrfach ausgeführt, oder der Patient seiner Krankheit entsprechend nicht richtig behandelt. Verantwortlich dafür ist größtenteils die noch immer starre Trennung zwischen ambulanter, stationärer und rehabilitativer Versorgung.

Um dennoch den hohen Standard in der medizinischen Versorgung zu halten, wäre ein Umdenken aller Beteiligten notwendig, um das System für die Zukunft zu festigen. (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2006)

Kategorie: Yoga Stichworte: Behandlung, Behandlungsplan, Bundesministerium für Gesundheit, Gesundheit, Gesundheitssystem, Krankheit, Patient, Rehabilitation, Therapie, Untersuchung, Versorgung

Das Yoga-Sutra des Patanjali

Das Yoga-Sutra stammt aus der Zeit von 200 v. Christus bis 400 n. Christua und vermittelt das klassische Yoga-System. Das Yoga-Sutra beruht auf der Samkhya-Philosophie, die im Gegensatz zu den Upanischaden zwischen Natur und Seele unterscheidet. Danach können sich Natur und Seele nur dann verbinden, wenn das Denken zur Ruhe gekommen ist.

Der achtgliedrige Yoga-Weg, der im Kapitel 2.4.4 noch näher beschrieben wird, führt über Selbstbeherrschung, Selbstbindung, Sitzhaltung, Atemzügelung, Zurückziehen der Sinne, Sammlung und Verinnerlichung zur Harmonie. Diese schenkt immerwährende Freude im geistigen Sein. Yoga ist in diesem Sinne ein Weg zur Selbstbefreiung. Er krönt den Menschen und verdient deshalb den Namen Raja-Yoga – den königlichen Yoga. (vgl. Weiß, 1986)

Kategorie: Yoga Stichworte: Atemzügelung, Freude, Harmonie, königliches Yoga, Patanjali, Raja-Yoga, Samkhya, Sammlung, Selbstbefreiung, Selbstbeherrschung, Selbstbindung, Sitzhaltung, Upanischaden, Verinnerlichung, Yoga, Yoga-Sutra, Yoga-Weg, Zurückziehen der Sinne

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